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| Die grösste Aufstandsbewegung seit den BauerkriegenDas Ereignis, das von Historikern heute als "größte Aufstandsbewegung, die es in Deutschland seit den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts gegeben hat", gewertet wird, flackerte auf unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, erreichte seinen Höhepunkt in der Abwehr des Kapp-Putsches und brach in den Ostertagen des Jahres 1920 zusammen. Eine gerechte Bewertung in den Geschichtsbüchern steht bis heute aus. | |
| Eine lebensgefährliche Bedrohung für die Weimarer RepublikDer Militärputsch vom 13. März 1920Der Militärputsch vom 13. März 1920 war eine lebensgefährliche Bedrohung für die junge Weimarer Republik. Der politische Kopf der Putschisten, der rechtsradikale Politiker Woifgang Kapp, hatte ein Programm, das auf eine Kanzlerdiktatur, die Entmachtung der Parteien und den Einbau aller Verbände einschließlich der Gewerkschaften in einen autoritären Korporativstaat hinauslief. Das Unternehmen einmal in Gang gesetzt, konnten die Putschisten hoffen, daß die Dynamik von Putsch und Bürgerkrieg das Militär in die politische Schlüsselposition bringen würde. Wenn sie gesiegt hätten, wäre ein politisches System nach Art von Franco-Spanien die Folge gewesen. | | | Erschiessungen von ArbeiternWährend des Kapp-Putsches hatte der mit den Hochverrätern verbündete General von Lettow-Vorbeck die verfassungsmäßige mecklenburgische Regierung verhaften lassen und zur Terrorisieren der streikenden Arbeiterschaft auf Grund von Befehlen des Hochverräters General von Lüttwitz in Mecklenburg Standgerichte eingesetzt, denen republiktreue Arbeiter zum Opfer fielen. Kapp hatte verordnet:
Die Rädelsführer, die sich der in der Verordnung zur Sicherung volkswirtschaftlicher Betriebe und in der Verordnung zum Schutz des Arbeitswesens unter Strafe gestellten Handlungen schuldig machen, desgleichen die Streikposten, werden mit dem Tode bestraft. Diese Verordnung tritt am 16. 3.1920, 4 Uhr nachmittags, in Kraft. Der Reichskanzler gez. Kapp | | | Märzrevolution 1920und ihre historische VerarbeitungMein Thema legt an sich nahe, daß ich zuerst eine Darstellung der Märzrevolution, wie sie gewesen ist, und dann ihre historische Verarbeitung nachzeichne. Jedoch nicht nur weil das etwas platt wäre, möchte ich anders vorgehen. Es ist nämlich so, daß man die Märzrevolution und ihre Verarbeitung zeitlich gar nicht strikt voneinander trennen kann, vielmehr ist der Ablauf der Bewegung durch und durch bestimmt von subjektiven Verarbeitungsmustem, und diese sind es, die die spätere Erinnerung an die Bewegung vorstrukturieren. Ich baue meinen Beitrag deshalb so auf, daß ich das Ganze in 10 Teilkomplexe auflöse und in jedem dieser Teilkomplexe die Verschränkung von Geschehen und subjektiven Handlungs und Wahmehmungsmustem aufzuzeigen versuche. | | | Wie bei uns Geschichte geschrieben wirdVerdrängt, verleumdet, vergessenWenn man bedenkt, was alles geschrieben und getan wurde, um die Erinnerungen an jene aufregenden Ereignisse, die sich im Frühjahr 1920 im Ruhrgebiet zugetragen haben, vergessen zu machen, so verwundert es kaum, dass man heute selten jemanden findet, dem zu „ Kapp-Putsch ", „ Rote Ruhrarmee " oder „ Märzrevolution 1920 " irgendetwas einfällt. | |