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Kapp Putsch

10 Einträge zu Kapp Putsch im Archiv


 

Brennende Ruhr

Karl Grünberg - Vorwort zur 2. Auflage

Karl Grünberg (1891 - 1972) schreibt 1948 im Nachwort zur 2. Auflage zu seinem Roman "Brennende Ruhr": Dieses viel umstrittene Buch bedarf bei seiner zweiten Auflage — zwanzig Jahre nach seinem ersten Erscheinen — einiger Erläuterungen.

Als ich im Jahre 1927 meinen Erstlingsroman "Brennende Ruhr" zu schreiben begann, lag mir literarischer Ehrgeiz durchaus fern. Mir kam es vor allem darauf an, revolutionshistorisches Material zu sammeln, zu fixieren und zusammen mit den daraus resultierenden Erfahrungen an diejenigen weiterzureichen, welche nach uns einmal das Banner aufnehmen werden. Daß ich die Form des Romans wählte, hatte mehrere Gründe. Vor allem hoffte ich, auf diese Weise der Zensur zu entgehen. Wenn mir das auch gelang, so wurde die Reaktion doch hellhörig. In der Folgezeit verfielen zahlreiche belletristische Werke dem Zensor. Man kann gar nicht oft genug diese Verhältnisse in der Weimarer Republik — jener Republik mit der "freiesten Verfassung der Welt" — brandmarken, denn heute wollen viele diese Tatsachen nicht mehr wahrhaben.

 

Das Ende der Aufstandsbewegung

Ein Massenmord mit schätzungsweise rund 1.000 Toten

Ende März 1920 war unter den Aufständischen bis auf kleine Minderheiten die Erkenntnis allgemein, daß die Bewegung abgebrochen werden müsse; von einer einzigen Region aus, und war sie im Rahmen der deutschen Gesamtwirtschaft auch noch so wichtig, ließen sich die politischen Verhältnisse im Deutschen Reich nicht verändern. Die Selbstauflösung der Aufstandsbewegung lag zum Greifen nahe.

 

Der Kapp-Putsch und seine Folgen

Das Gericht wurde eine Farce

Im März 1920 holten die Kräfte der Gegenrevolution zu ihrem ersten großen Schlag gegen die junge, noch ungefestigte Republik aus. Schon im Laufe des Jahres 1919 waren innerhalb der Reichswehr konspirative Verbindungen zur Vorbereitung eines monarchistischen Putsches geknüpft worden. Besondere Aktivität entfaltete dabei Hauptmann Pabst , der bereits bei der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts seine Hände im Spiel gehabt hatte.Den unmittelbaren Anlaß zur Auslösung des Putsches bildete die von der Reichsregierung beabsichtigte Auflösung der Freikorps, die im Baltikum einen abenteuerlichen »Krieg gegen den Bolschewismus« geführt und sich zu sehr an ihr Handwerk gewöhnt hatten, um den Rückweg ins bürgerliche Leben erstrebenswert zu finden.

 

Der Mord an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg

Ungesühnt und verdrängt

Die Verfolgung und Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs waren keine Kampfhandlung im Bürgerkrieg. Sie hatten andere Gründe. Der eine Grund war, daß Liebknecht und Rosa Luxemburg wie niemand sonst in den Augen von Freund und Feind die deutsche Revolution verkörperten. Sie waren ihre Symbole, und mit ihnen erschlug man die Revolution. Dies gilt für Karl Liebknecht noch mehr als für Rosa Luxemburg.

 

Die deutsche Revolution 1918-1919

Drei Legenden

Wohl über keinen historischen Vorgang ist so viel gelogen worden wie über die deutsche Revolution von 1918. Drei Legenden insbesondere haben sich als zählebig bis zur Unausrottbarkeit erwiesen. Die erste ist besonders beim deutschen Bürgertum - auch heute noch - weit verbreitet. Sie besteht ganz einfach in der Leugnung der Revolution. Eine wirkliche Revolution, so kann man immer noch vielfach hören, hat in Deutschland 1918 gar nicht stattgefunden. Alles, was sich wirklich abgespielt hat, war ein Zusammenbruch. Nur die momentane Schwäche der Ordnungsgewalten im Augenblick der Niederlage ließ eine Matrosenmeuterei als Revolution erscheinen.



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