Du weiß ganz genau - hier läuft einiges schief
Hier im Staat - hier die Leute.
Ob’s mal besser lief?
Hör jetzt ruhig weg,
Du brauchst es nicht zu wissen
Wie die Herrenmenschen -
die kleinen Leute abpissen.
Das war immer so - dann hieß es “Demokratie”
Ein Ruck ging durch Deutschland -
“das schaffen wir nie”
Und die alte Elite sagt: “Das darf nicht sein!
Wir machen Dich nieder, Du Arbeiterschwein!”
Die trugen am Stahlhelm
das Hakenkreuz - blank
1920 - schwarz-weiß-rotes Band
Die putschten von rechts, gegen die SPD
mit Freikorps und Reichswehr - ja, das tut weh
Sie haben gemordet - sie haben verraten
Sie haben gemezelt - rechte deutsche Soldaten
Das will keiner mehr hör’n - das war immer Tabu
Da halten sich alle die Ohren zu - nicht nur Du.
Und Du fragst, was das soll?
März 1920 - die Revolution
Und dich wundert,
warum es wieder daneben geht
Warum wer bis heute
die Wahrheit verdreht.
Die Regierung von Berlin nach Stuttgart verjagt
Sie war zu feige - hat den Kampf nicht gewagt
Sie rufen zum Generalstreik in Deutschland auf
Alle Räder stehen still -
und so nahm es seinen Lauf
Die Arbeiter holten das Eisen aus dem Feuer
Die SPD - wieder im Sattel -
doch der Preis ist teuer
Sie schickt dieselben Freikorps -
dasselbe Militär
In den Ruhrpott - gegen die Kumpel -
das ist nicht fair
Das Gesetz der Politik
ist auf der Seite der Reichen
Die gehen - wenn es sein muß -
immer über Leichen
Es geht nie um den Menschen -
es geht immer um Macht
Die “junge Republik” -
die Demokratie, umgebracht
Das Hakenkreuz schlummert - es ist nicht weg
Sprungbereit - im Schafsfell -
lauert der braue Dreck
Maskiert und geschminkt
die Schein-Demokraten
Sie versprechen viel
und werden uns wieder verraten.
Und Du fragst, was das soll?
März 1920 - die Revolution
Und Dich wundert
warum das alles so läuft -
warum sich statt der Hoffnung -
die Gleichgültigkeit häuft
Wer die Geschichte nicht kennt
und das heute nicht sieht
Hat keinen Plan - was morgen geschieht
Wer gestern Fehler beging -
wen heut die Gier verführt
Wo der Sohn - wie sein Vater -
die Kriege schürt
Auf den Bush klopfen” ist ständig angesagt
Die fahren ihr Programm -
missbrauchen die Macht
Missbrauchen Dich und mich -
ihr eigenes Volk - und dort
Begehen sie zum x-ten mal Völkermord
Fast alles beginnt - merk Dir - mit einer Lüge
Vietnam, jetzt Irak - auch die Deutschen Kriege
Es geht immer ums Geld -
es geht immer um Macht
Dafür werden Millionen Menschen umgebracht
Und wir lassen sie -
wir sind immer schlecht dran
Und du glotzt blöd und tust so,
als geht’s dich nichts an
Lässt Dich berieseln -
lässt Dir allen Schrott verkaufen
Um - wie so viele - an ihren Lügen zu ersaufen.
Und Du fragst, was das soll?
März 1920 - die Revolution
Und Dich wundert,
warum es wieder daneben geht
Warum wer bis heute die Wahrheit verdreht.
Und Dich wundert,
warum das alles so läuft -
Warum sich statt der Hoffnung -
die Gleichgüktigkeit häuft
Und Du fühlst Dich nicht Scheiße?
Oder schiebst Du nur Frust?
Und belügst Dich selbst:
“Ey, das hab ich nicht gewußt!”
Und das haben unsere Alten
damals auch schon gesagt
Aber die haben nie was falsch gemacht
Text: Frank Baier
Musik: SOG - Sons of Gastarbeita, Frank Baier
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