Ruhrkampf, Generalstreik und Märzrevolution 1920 - Chronik der Ereignisse
Der erste und einzige Generalstreik in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung - Märzrevolution 1920 in Folge des Kapp-Putsches - eine Chronik der Ereignisse (im Aufbau seit Februar 2010)
In Bottrop konnte die Waffenabgabe reibungslos durchgeführt werden, und um 18 Uhr sprach noch einmal der Vollzugsratsvorsitzende Rhone in einer öffentlichen Kundgebung vor den Arbeitern. Dabei zeigte er sich einerseits erfüllt von Illusionen über die Gültigkeit der Abkommen von Bielefeld und Münster, andererseits völlig uninformiert darüber, daß die Reichswehr bereits an den Grenzen von zwei Nachbargemeinden der Stadt (Sterkrade, Kirchhellen) stand.
Die Marinebrigade Loewenfeld setzte ihren Vormarsch in zwei Abteilungen fort. Die eine ging, teilweise in gepanzerten Zügen herantransportiert, von Norden und Osten gegen Gladbeck vor; nach kleinen Gefechten mit fliehenden Rotgardisten war sie um 11 Uhr im Besitz der Stadt. Sie verhängte das Standrecht und drohte insbesondere für Nichtabgabe von Waffen die Todesstrafe an. Die andere Abteilung rückte am Morgen kampflos in Kirchhellen ein. Sie fahndete sofort nach allen, die während des Aufstandes irgendwie hervorgetreten waren. Der Arbeiter Fockenberg, der einige Stunden lang Sicherheitsdienst getan hatte, wurde aus seinem Haus geholt, mit Reitpeitsche und Gummiknüppel zusammengeschlagen und dann abtransportiert; etwas später fand man ihn tot etwas außerhalb des Ortes.
Wir saßen einst im Zuchthaus und in Ketten wir opferten, um die Partei zu retten, Geld, Freiheit, Stellung und Bequemlichkeit. Wir waren die Gefahr der Eisenwerke, wir hatten Glut im Herzen – unsre Stärke war unsre Sehnsucht, rein und erdenweit. Uns haßten Kaiser, Landrat und die Richter: Idee wird Macht – das fühlte das Gelichter ... Long long ago – Das ist nun heute alles nicht mehr so.